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Korrektur einer Lohnabrechnung mit bAV

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    Einträge 1-7 / 7

    Seite 1 von 1

  • Florian Reichardt
    22.01.2008 15:42 Uhr

    Sehr geehrte Forumsnutzer,

    wir haben folgenden Fall bzw. folgendes Problem:

    Ein AN eines Mandanten erhält im Zuge der bAV eine Gehaltsumwandlung i. H. v. 360,00 EUR monatlich. Da ja ab einem gewissen Betrag diese Umwandlung zumindest sozialversicherungspflichtig wird ist die Gehaltsabrechnung seit August 2007 falsch berechnet worden.

    Nun möchten wir die Abrechnungen von August bis Dezember entsprechend berichtigen. Folgende Aufteilung soll statt finden:

    Gehaltsumwandlung 360 EUR

    Aufteilung: 210 EUR lohnsteuerfrei/sozialversicherungsfrei
    150 EUR lohnsteuerfrei/sozialversicherungspflichtig

    Wie kann man dies im Lodas comfort bewerkstelligen? Den Assistenten für die bAV kennen wir aber wie/ob eine Berichtigung überhaupt möglich ist, das ist die Frage.

    Hoffentlich kann uns jemand helfen. Besten Dank
    Steuerkanzlei Reichardt

    P.S. Warum gibt es eigentlich unter "Steuern, Recht und Wirtschaft" nur ein Anwaltsforum? Könnte man das nicht ausbauen um die Themen "Steuern", "Marketing", etc.?

  • Daniela Eichler
    22.01.2008 16:21 Uhr

    Hallo Herr Reichardt,

    vielen Dank für Ihren Beitrag.

    Sie rechnen bei einem Arbeitnehmer einen Neuvertrag der Pensionskasse ab.

    Im Rechenzentrum werden die Grenzen wie folgt berücksichtigt:
    im ersten "Baustein" wird auf die 4 % der RV-BBG zugegriffen und der komplette Betrag steuer- und sozialversicherungsfrei abgerechnet (für 2007 = 2520,00 Euro, für 2008 = 2544,00 Euro).
    Ist diese Grenze durch die Pensionkasse ausgeschöpft, erfolgt eine Abrechnung bis 1800,00 Euro steuerfrei, aber sv-pflichtig.
    Liegen weitere Verträge zur betrieblichen Altersvorsorge vor, werden diese natürlich mit berücksichtigt.

    Bei der betrieblichen Altersvorsorge werden die gesetzlich vorgegebenen Grenzen nicht auf einen monatlichen Betrag heruntergerechnet, sondern aufs Jahr betrachtet. Das bedeutet, sobald ein Grenze komplett ausgeschöpft ist, greift der nächste "Baustein".

    Nach bereits ausführlichen rechtlichen Prüfungen ist die Berechnung auf Monatsebene durch DATEV korrekt.
    Verarbeitungstechnisch kann DATEV derzeit nicht in die Zukunft schauen. Zum Zeitpunkt der Abrechnung ist nicht bekannt, welche Beiträge im Laufe des Jahres noch abgerechnet werden. Abweichende monatliche oder einmalige Zahlungen, Unterbrechungen oder Beschäftigungsende würden die steuerliche Behandlung beeinflussen. Es wäre in jedem Monat eine automatische Rückrechnung und Neuverteilung der Beiträge erforderlich. Dadurch müssten ggf. auch SV-Beiträge und die Steuer mit jeder Abrechnung berichtigt werden.

    Ihre Abrechnungen im Jahr 2007 sind somit korrekt.

    Ihre Anregung haben wir an den Moderatoren des Steuerforums weitergegeben.


    Schöne Grüße aus Nürnberg
    Daniela Eichler
    Personalwirtschaftssysteme
    DATEV eG

  • Ingrid Reichardt
    22.01.2008 16:39 Uhr

    Sehr geehrte Frau Eichler,

    vielen Dank für die schnelle Antwort. Jedoch stimmt die Berechnung der Lohnabrechnung nicht, da die genannte Grenze (2520 EUR) bereits ab August 2007 überschritten war. Der AN war vorher bei einer anderen Firma.

    Somit lief die Abrechnung seit August 2007 nicht korrekt (es wurde also zu wenig Sozialversicherung abgerechnet) was wir nun ändern möchten. Die Frage ist eben nur, wie das im Programm zu bewerkstelligen ist.

    Vielleicht haben Sie noch einen Tip für uns!! Vielen Dank
    Steuerkanzlei Reichardt

  • Daniela Eichler
    22.01.2008 16:58 Uhr

    Sehr geehrte Frau Reichardt,

    der Arbeitnehmer ist seit August bei einem anderen Arbeitgeber beschäftigt?

    In diesem Fall gilt seit 2005 der steuerfreie Höchstbetrag von 4 % der Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung nicht mehr - wie zuvor - je Kalenderjahr, sondern je Arbeitgeber.
    Bei einem Arbeitgeberwechsel im Laufe des Kalenderjahres 2007 kann der steuerfreie Höchstbetrag - bei entsprechenden Beitragsleistungen beider Arbeitgeber - erneut in Anspruch genommen werden. Dies dürfte in erster Linie bei Arbeitgeberwechseln zwischen verbundenen Unternehmen von Bedeutung sein. Eine erneute Inanspruchnahme des steuerfreien Höchstbetrags scheidet aber in den Fällen der Gesamtrechtsnachfolge und des Betriebsübergangs nach § 613 a BGB aus. Diese vorteilhafte Regelung gilt übrigens auch bei der Sozialversicherung, das heißt die mögliche Mehrfachgewährung der Steuerfreiheit bei einem Arbeitgeberwechsel ist für die Frage der Beitragsfreiheit auch sozialversicherungsrechtlich übernommen worden (Tz. 7.8 - S 32 - des Rundschreibens der Spitzenverbände der Sozialversicherung vom 21. 12. 2004).

    Dies können Sie auch im Dokument 5208006 "Anhang 6 Betriebliche Altersversorgung und "Riester-Rente" - Lexikon Lohn und Personal" unter Punkt 5 "Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit von Beiträgen an einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder für eine Direktversicherung nach § 3 Nr. 63 EStG (Ansparphase)" im Elektronischen Wissen nachlesen.


    Sonnige Grüße aus Nürnberg
    Daniela Eichler
    Personalwirtschaftssysteme
    DATEV eG

  • Florian Reichardt
    22.01.2008 17:34 Uhr

    Sehr geehrte Frau Eichler,

    nochmals ein Überblick über den Sachverhalt:

    Arbeitnehmer1 war vom 01-04/2007 bei einem Arbeitgeber beschäftigt der nicht unser Mandant ist
    Seit 12/2006 läuft die bAV mit 360 EUR Gehaltsumwandlung
    Bei den Lohnabrechnung bis 04/2007 wurden die kompletten 360 EUR als lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei behandelt. Soweit war dies ja richtig!

    Der Arbeitnehmer1 ist seit Mai 2007 bei der Firma unseres Mandanten.
    Wir haben die Lohnabrechnung ebenfalls mit 360 EUR als lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei behandelt. Allerdings haben wir die Vormonate (01-04/2007) nicht berücksichtig. Im Dezember 2007 hat Lodas die Versicherung entsprechend korrigiert, da ab diesem Zeitpunkt der Höchstbetrag von 2520 EUR überschritten war (gerechnet von 05-11/2007).

    Korrekterweise wäre aber ja beretis ab 08/2007 der Höchstbetrag überschritten gewesen wenn wir die Vormonate berücksichtigt hätten.

    Deshalb müssen wir die Abrechnung korrigieren, da zu wenig Sozialversicherung abgerechnet wurde. Die Frage ist nun ob bzw. wie eine Korrektur in Lodas ab 08/2007 möglich ist. Die Aufteilung soll dann wie folgt lauten:

    210 EUR lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei
    150 EUR lohnsteuerfrei aber sozialversicherungspflichtig

    Können Sie uns nochmals weiterhelfen - bitte?

    Grüße
    Florian Reichardt

  • Florian Reichardt
    22.01.2008 17:46 Uhr

    Nachtrag zum letzten Beitrag:

    Wir möchten keine Aufteilung ab 08/2007 machen sondern eine Berichtigung, dass ab 08/2007 die 360 EUR als lohnsteuerfrei aber sozialversicherungspflichtig behandelt werden.

    Dies war eine Fehlinformationen in der Darstellung. Geht man von 01/2007 aus hätte die Aufteilung so wie beschrieben laufen müssen.

    Da wir die Aberechnungen des alten AG nicht mehr ändern können müsste entsprechend unsere Berechnung ab 08/2007 mit 360 EUR korrigiert werden.

    Entschuldigen Sie die Fehlinfo!

    Gruß
    Florian Reichardt

  • Jens Reitter
    22.01.2008 18:11 Uhr

    Hallo Newsgroup,

    wir haben das Problem telefonisch klären können.

    Folgender Absatz, aus dem Beitrag von Frau Eichler, war ausschlaggebend:

    In diesem Fall gilt seit 2005 der steuerfreie Höchstbetrag von 4 % der Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung nicht mehr - wie zuvor - je Kalenderjahr, sondern je Arbeitgeber.

    Daher gelten die vollen 4% der RV-Beitragsbemessungsgrenze (2007) mit 2.520.-


    In diesem Fall ergibt sich folgende Berechnung:

    05/2007 - 12/2007 = 8 x 360,- /Monat = 2.880,-

    Die Grenze wurde im Monat 11/2007 erreicht und daher wird ab 12/2007 die Sozialversicherung berechnet.


    Mit freundlichen Grüßen
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