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ESt: Fehler bei Aufteilung der Gesamtschuld

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    Einträge 1-6 / 6

    Seite 1 von 1

  • Kai Finger
    12.11.2012 15:08 Uhr

    Hallo Datev,
    bei der programmseitigen Aufteilung der Gsamtschuld wird bei ökumenischen Eheleuten (EM:ev/EF: kath) die beim Ehemann einbehaltene kath. Kirchensteuer als von der Ehefrau gezahlt berücksichtigt (und umgekehrt). zB EM zahlt 1000 ev und 1000 kath KiSt; EF 100 ev und 100 kath: bei der Aufteilung wird davon ausgegangen, dass EM und EF jeweils 1100 bezahlt haben statt EM 2000 und EF 200.
    Schöne Grüße
    Kai Finger

  • Stephan Hirsch
    14.11.2012 14:25 Uhr

    Sehr geehrter Herr Finger,

    Sie haben Recht, im Programm DATEV Einkommensteuer wird in der Beratungsliste Aufteilung der Steuer bei konfessionsverschiedener Ehe die einbehaltene Kirchenlohnsteuer derzeit nach dem Halbteilungsgrundsatz (1.100 EUR / 1.100 EUR) abgerechnet. Hintergrund ist die Regelung in den (meisten) Kirchensteuergesetzen, dass im Rahmen des Lohnsteuereinbehalts die Kirchenlohnsteuer " bei jedem Ehegatten auch für den anderen einzubehalten" ist (z. B. § 6 Abs. 1 S. 2 KiStG Nds).

    Das Programm geht daher davon aus, dass für jeden Ehegatten 1.100 EUR an "seine" Religionsgemeinschaft gezahlt wurde und dieser Betrag auch bei der Aufteilung der Gesamtschuld nur bei dem Ehegatten berücksichtigt werden kann, der dieser Religionsgemeinschaft tatsächlich angehört. Die gewählte Vorgehensweise wurde mit dem Referent für Steuerfragen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) abgestimmt.

    Wenn Sie aktuelle Informationen haben, die für eine andere Vorgehensweise sprechen, leiten Sie diese bitte an mich weiter (z. B. Telefax: 0911 319 8702; E-Mail: einkommensteuer@service.datev.de). Wir prüfen dann gerne, ob eine Programmänderung erforderlich ist.

    Noch ein Tipp:
    Die von Ihnen in der Beratungsliste Aufteilung der Steuer gewünschte Aufteilung von 2.000 EUR / 200 EUR können Sie übrigens simulieren, indem Sie bei beiden Ehegatten kurzfristig dieselbe Religionsgemeinschaft schlüsseln. Achten Sie in diesem Fall aber darauf, die Änderung für den Druck der Formulare bzw. für die elektronische Datenübermittlung wieder rückgängig zu machen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Stephan Hirsch
    DATEV eG

  • Kai Finger
    16.11.2012 16:53 Uhr

    Sehr geehrter Herr Hirsch,
    vielen Dank für Ihre ausführliche Darstellung.
    Eine anderslautende belastbare Information habe ich leider nicht, aber vom Sinn und Zweck der Aufteilung macht das beschriebene Verfahren m.E. keinen Sinn.
    Zum Vergleich Ihr Abhilfevorschlag: Wenn EM und EF der gleichen Konfession angehören, wird die Kirchensteuer im richtigen Verhältniss (2.000 zu 200) aufgeteilt. Dann kann die andere Aufteilung bei ökumenischen Paaren ja wohl nur falsch sein, oder?
    Schöne Grüße
    Kai Finger

  • Stephan Hirsch
    19.11.2012 11:41 Uhr

    Sehr geehrter Herr Finger,

    auf den ersten Blick erscheint es tatsächlich überraschend, dass der (simulierte) Wechsel der Religionsgemeinschaft Auswirkung auf die Aufteilung der Gesamtschuld haben soll.

    Ihre Begründung findet diese Auswirkung aber in dem erwähnten Halbteilungsgrundsatz: Danach zahlt bei einer konfessionsverschiedenen Ehe jeder Ehegatte die Hälfte seiner (gesamten) Lohnkirchensteuer an die Religionsgemeinschaft des anderen Ehegatten - und damit im Ergebnis für den anderen Ehegatten.

    Bei konfessionsgleichen Ehen gibt es diese Regelung nicht: Dort zahlt jeder Ehegatte nur seine "eigene" Kirchensteuer; entsprechend wird diese bei der Aufteilung der Steuer dann auch in voller Höhe bei ihm berücksichtigt.

    Aus diesem Grund ergibt sich im Programm DATEV Einkommensteuer bei der Aufteilung der Steuer eine unterschiedliche Verteilung von 1.100/1.100 bei konfessionsverschiedener und von 2.000/200 bei konfessionsgleicher Ehe.

    Unabhängig davon nehmen wir Ihren Newsgroup-Eintrag aber zum Anlass, mit der EKD zu diesem Sachverhalt nochmal Kontakt aufzunehmen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Stephan Hirsch
    DATEV eG

  • Kai Finger
    27.08.2015 19:51 Uhr

    Hallo Herr Hirsch,
    haben Sie bei der EKG etwas zu diesem Thema erfahren können? Die Aufteilung im ESt Programm ist immer noch unverändert (merkwürdig).
    Schöne Grüße
    Kai Finger

  • Stephan Hirsch
    16.09.2015 13:06 Uhr

    Sehr geehrter Herr Finger,

    leider nein, die EKD hat sich auf entsprechende Anfragen nicht mehr geäußert.

    In meiner Antwort vom 14.11.2012 ist übrigens fälschlicherweise § 6 Abs. 1 S. 2 KiStG Nds (Niedersachsen) erwähnt; richtig ist § 6 Abs. 1 S. 3 KiStG NW (Nordrhein-Westfalen).

    Mit freundlichen Grüßen
    Stephan Hirsch
    DATEV eG