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    Seite 1 von 3

  • Claudia Thaller-Birkigt
    10.02.2015 10:17 Uhr

    Liebe Kollegen, liebes Team der Newsgroup,

    seit Mitte November treibt mich dieses Thema um, seitdem ich auf der letzten Verbandsschulung war auch die gesamten Probleme, die sich für uns auftun.

    1. Wir dürfen unseren Mandanten ein BMF Schreiben näherbringen, bei dem Juristen sich an Buchführung versucht haben, und die Begrifflichkeiten ständig durcheinanderwürfeln. Ganz boshaft würde ich hier Ludwig Thoma zitieren (Jurist!): Er war Jurist und auch sonst von geringem Verstand.

    2. Die Inhalte gehen am Leben der kleinen Betriebe vorbei und an den Abläufen der Kanzleien. Unsere Verbände und die Kammern haben wohl einiges zu verhindern versucht, aber vergeblich. DATEV und unseren Verbänden fällt dazu nur das Thema ersetzendes Scannen ein mit Verfahrensverzeichnis. Aber den restlichen Aufwand lässt man mal unter den Tisch fallen.

    3. Zum DATEV Magazin gibt es eine 13-seitige Broschüre was wir tun dürfen, können, müssten. Im Magazin wird der Schwerpunkt auf das Ersetzende Scannen gelegt - hallo Leute aufwachen, ich habe dieses Thema in einem Vortrag für Betriebe dargestellt und die sind alle in Ohnmacht gefallen. Die Dokumentationspflichten, pardon Verfahrensverzeichnisse, mögen für Großbetriebe sinnvoll sein, aber beim Rest der unternehmerischen Nation völlig sinnlos und nutzlos. Außer Papier und Kosten entsteht hier nichts und die Finanzverwaltung schreibt das sogar noch ganz dreist rein, dass diese Kosten der Unternehmer zu Tragen hat TZ 177 - geht´s noch?

    Liebe Kollegen geht den Kammern und Verbänden, auch wenn Sie in anderen Gremien sitzen, auf die Ketten. So geht das nicht oder können Sie sich vorstellen alle Finanzbuchhaltungen bis zum Ende des Folgemonats zu übermitteln und festzuschreiben (TZ 87), das gilt auch für Quartalszahler und Jahreszahler egal ob Bilanzierer oder EÜR (TZ 4)? Also in jedem Fall der Privatmann mit der Photovoltaikanlage - ganz schick oder, wie soll der denn Schwarzgeld machen, um nichts anderes geht es hier.
    Das Thema Kassen hätte mit der Insika Lösung geklärt werden können und kann es auch. Dafür steht jetzt die gesamte Buchhaltung im Feuer und wenn ich nicht jedes Fitzelchen abdecke, kann es sein, dass die Buchführung formell nicht ordnungsgemäß ist. Damit kann die Finanzverwaltung schätzen und schon muss an keinem Sachverhalt mehr gearbeitet werden, sondern man arbeitet mit einem Unsicherheitszuschlag und wir stehen da wie die Deppen der Nation - natürlich Checklistengestützt vorbereitet von der Finanzverwaltung aus NRW. So bereitet man Mehrergebnisse vor - greife die Buchhaltung an, zerstöre die materielle Wirksamkeit und unterstütze dann mit Statistik - schon klappt es mit dem Mehrergebnis. Wissen zu steuerlichen Sachverhalten ist ja völlig überbewertet.

    Mir fällt hier als Gegenstrategie für die ganz kleinen Betriebe nur ein - zurück zur offenen Ladenkassen mit manueller Trennung der unterschiedlichen Umsätze (dann brauche ich auch keine Genehmigung), Wordvorlagen und den guten alten Rechungseingangs- und Rechnungsausgangsbüchern in Papierform. Dann bin ich mal gespannt, was die EDV-verliebte Finanzverwaltung machen möchte.

    Das Highlight ist - das BMF Schreiben wird Mitte November 14.11.2014 veröffentlicht, da ist uns ja sowieso langweilig, und gilt ohne Übergangsvorschriften ab dem 01.01.2015. Bei Asterix und Obelix heißt es so schön, die müssen doch spinnen die Römer...

    Voller Frust und Verärgerung, weil ich als Steuerberater auch noch zum Fachmann für Kassenaufstellung, Warenwirtschaftssysteme, Shopsysteme und sonstige Softwareangebote mutieren soll, um dem Mandanten zu sagen, was er alles braucht und vor allem wen. Haftung gegenüber der Finanzverwaltung keine - zivilrechtlich unkalkulierbar.
    Noch ein Wort:
    Ich habe die Schnauze voll davon (pardon für diese Wortwahl), dass man uns hier an der Front alleine lässt und uns auch noch in den DATEV Vorlagen die Umsatzsteuervoranmeldung als spätesten Zeitraum darstellt - im BMF Schreiben sieht das anders aus (TZ 87).

    Nein das ist kein Faschingsscherz und auch kein vorgezogener Aprilscherz, sondern das ist das Geschenk der deutschen Finanzverwaltung, das uns unter den Weihnachtsbaum gelegt worden ist. Die Büchse der Pandora war dagegen die reinste Wohltat...

    Mit freundlichen Grüßen aus Dresden

    Claudia Thaller-Birkigt

  • theo b.
    10.02.2015 11:04 Uhr

    Ehrlich gesagt finde ich den neuen Entwurf recht harmlos u. durchaus umsetzbar. Die Datev-Infos dazu sind natürlich ein (schlechter) Scherz (s. u.a. Steuerprogramme u. KaReWe).

    Ich denke kurzfristig sollte man eine einfache Indizierungs-/Hash-/Festschreibefunktion für 'normale' Dateisysteme schaffen. Eigentlich sollte der Gesetzgeber sowas kostenlos zur Verfügung stellen.


    Mehr Gedanken dazu beizeiten....

  • Claudia Thaller-Birkigt
    10.02.2015 14:37 Uhr

    Schönen guten Tag Herr Theo b.,

    nach dem Vortrag beim Verband durch einen Betriebsprüfer aus NRW finde ich hier gar nichts umsetzbar.
    Wir sollen mit dem Mandanten klären:
    Programme/Software zu Anlagenbuchhaltung, Lohnbuchhaltung, Kassensystemen, Warenwirtschaftssystemen, Zahlungsverkehrssystem, Taxameter, Geldspielgeräte, elektronische Waagen, Materialwirtschaft, Zeiterfassungssystem usw...
    Zahlreiche Fragen sind zu klären wie z. B. was wird bereits geführt, welche Inhalte haben steuerliche Relevanz, welche Systeme werden genutzt, in welcher Form wurde das bisher gemacht, wie ist die dauerhafte Speicherung vorzunehmen d.h. ich brauche die IT Experten, die z.B. das Thema Shop und Dokumentation beherrschen genauso wie den Kassenaufsteller. Als Vergnügen empfinde ich das nicht. Zudem steht der Steuerpflichtige unter dem Generalverdacht, dass er manipuliert und betrügt, das finde ich wiederum gar nicht prickelnd, sondern weiß genau, dass die Herrschaften die formellen Mängel "rausarbeiten" möchten, damit die materielle Bestandskraft nicht mehr greift und dann haben wir alle richtig Spaß bei den Diskussionen über Sicherheitszuschläge. Das will ich nicht bei jedem Mandanten haben!

    Mit freundlichen Grüßen aus Dresden

    Claudia Thaller-Birkigt
    (gerne über Telefon oder E-Mail)

  • Tax Magic
    11.02.2015 12:50 Uhr

    Guten Tag,

    auch unser kleines Team von fünf Personen beschäftigt sich derzeit sehr intensiv mit dem Thema GoBD.
    Nach eingehender Lektüre des BMF-Schreibens und verschiedener (Fach-)Artikel, internen Diskussionen, Gesprächen mit Mandanten und Seminar-Teilnehmern, etc. haben wir den Eindruck, dass auch diese Angelegenheit lediglich Ausdruck der zunehmend spürbaren "allgemeinen bundesrepublikanischen Verunsicherung im Zusammenhang mit der Digitalisierung" ist.
    Grundsätzlich beinhaltet das Schreiben der Verwaltung für uns "Licht und Schatten". Es zeigt wieder einmal, wie schwierig es ist, die gesellschaftlichen und juristischen Rahmenbedingungen für diese mehr als bewegten Zeiten zu schaffen. Eine Auseinandersetzung mit Themen wie Digitalisierung, professioneller Unternehmensführung und Prozessmanagement ist im deutschen Mittelstand dringend erforderlich, wird allerdings leider oftmals regelrecht verweigert. Dies gilt m. E. übrigens auch für unsere Branche.

    Meiner Ansicht nach sollten wir die Angelegenheit dafür nutzen, sinnvolle Lösungsansätze für uns und unsere Mandanten zu finden. Ich sehe bspw. eine Chance und Notwendigkeit der Professionalisierung des EDV-Einsatzes kleiner Unternehmen. Hier ist noch viel (Überzeugungs-)Arbeit zu leisten.

    Mich würde insbesondere konkret interessieren, wie sich andere Kanzleien der Herausforderung der im Kontext immer wieder angesprochenen Verfahrensdokumentationen stellen.
    Hierzu wäre meiner Meinung nach eine tatkräftige Unterstützung durch die DATEV mehr als wünschenswert! Benötigt werden (mindestens!) Vorlagen im Stile der (gelungenen) Excel-Vorlage zum Ersetzenden Scannen.

    Wann bietet die Genossenschaft hierzu eine sinnvolle Lösung (bspw. in Bilanzbericht) an?
    Bisher erhielt ich von DATEV-Mitarbeitern lediglich die Antwort, dass "da - wohl - nichts geplant" sei. Das wäre dann allerdings (wieder mal) eine vertane Chance! Die Verfahrensdokumentation könnte schließlich ein sinnvolles Beratungsprodukt sein, das die Mandanten regelrecht dazu zwingen könnte, sich mit ihren innerbetrieblichen Prozessen zu beschäftigen und diese zu optimieren.

    Abschließend möchte ich in diesem Zusammenhang die DATEV (ebenfalls wieder mal!) daran erinnern, was in dieser (digitalen) Zeit an allen Ecken dringend erforderlich ist: "SPEED, SPEED, SPEED!"

    Ich freue mich auf Ihre Antworten!

    Herzliche Grüße aus dem hohen Norden!

  • Heinz Höller
    11.02.2015 14:11 Uhr

    Sehr geehrter Herr Kollege Theo B.

    herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Mandantenstruktur. Entweder beraten Sie nur Arbeitnehmer oder Unternehmen in einer Größe, die sich eigene EDV- und Softwarespezialisten beschäftigen.
    Nehmen Sie aber bitte zur Kenntnis, dass die Mehrzahl der DATEV anwendenden Kolleginnen und Kollegen eine Mandantenstruktur haben, die aus kleinen bis mittelgroßen Unternehmen bestehen. Bei diesen müssen wir als Überbringer schlechter Nachrichten auftreten, die den überbürokratisierten Wahnsinn einer von der Praxis abgehobenen Finanzverwaltung ins verständliche Übersetzen müssen. Der Unternehmer ist in den Augen der aktuell regierenden Politiker ein grundsätzlicher Steuerhinterzieher, weil der Arbeitnehmer ja gläserne Taschen hat bei dem für den Staat kostenfrei die fälligen Steuern vom Arbeitgeber erhoben werden. Der angebliche bürgerfreundliche Bürokratieabbau entpuppt sich bei genauem Hinsehen nur als eine für den Staat kostensparende Verlagerung der Verwaltungstätigkeiten von der Finanzverwaltung auf den Unternehmer, welche beim geringsten Fehler ( anders als bei der nicht funktionierenden Amtshaftung ) Buß- und Ordnungsgelder sowie finanzielle Mehrbelastungen tragen müssen.

    Ich warte auf den Tag, wo unsere Berufskollegen zusammen mit den Kleinunternehmern sowie dem vielgepriesenen ( angeblich so wichtigen ) Mittelstand regelmäßige Montagsdemonstrationen gegen diesen Bürokratie- und Verwaltungsirrsinn in Deutschland organisieren.

    Als Schlachtruf könnte ich mir vorstellen: "Wir sind die Steuerzahler, die euch Bürokraten bezahlen! "

    Auf Ihre angekündigten Mehrgedanken bin ich gespannt.

    Mit besten Grüßen aus dem Rheinland !

  • Eva-Maria Hanakam
    11.02.2015 15:25 Uhr

    Sehr geehrter Herr Höller

    Sie sprechen mir aus dem Herzen. Einen ähnlichen Schlachtruf hören meine Mädels in der Kanzlei seit geraumer Zeit. Spannende Idee, ich wäre bei der Demo dabei (und würde die restl. Kanzlei zur Teilnahme verpflichten).

    Leider sind wir alle für derartige Aktionen noch viel zu lethargisch.

    Gruß aus dem diesigen Würzburg

    Eva-Maria Hanakam

  • Claudia Thaller-Birkigt
    11.02.2015 16:06 Uhr

    Einen schönen guten Tag an die Kollegen,

    nichts gegen den Einsatz von EDV und allen Hilfsmitteln, aber jeden Mandanten auf Unternehmen online umstellen mit ersetzendem Scannen ist nur die eine Seite der Medaille. Der Rest ist der Bereich, der in den Betrieben der Mandaten anfällt und das geht von Pontius zu Pilatus.
    Wer von uns kennt die gesamten Abläufe im Detail, um zu erkennen, nach was wir überhaupt fragen müssen. Warenwirtschaft, Kassen und Online Shops sehe ich wenigstens noch, allerdings weiß ich, bis auf die Kassen, nicht unbedingt was, wie und wo exportiert und für welche Statistiken und Meldungen, die im Zweifel immer steuerrelevant sind, verwendet wird. Was ist mit Bestellprogrammen bei den Lieferanten - reichen Lieferschein und Rechnung?! Wir haben es hier mit einem bürokratischen Monster zu tun, gegen das ist das MiLoG ein Spaziergang - und wir durften uns im Januar und Februar mit frustrierten Mandanten beschäftigen, die uns da schon als die Vollstrecker des Staates angesehen haben.

    Ganz ehrlich mir graut, wenn ich das jedem Mandanten erklären darf, insbesondere den Ärzten. Wer soll sich hier die Zeit nehmen und das haarklein besprechen, dokumentieren und bei Veränderungen immer anpassen (sehen wir die überhaupt?). Ich werde doch nicht bei jedem Update vom Mandanten gefragt, der macht einfach und dann????

    Kennen wir alle Bezahlsysteme oder Formen der Bezahlung - wo stehen die Server? Simples Beispiel: Es gibt ausgezeichnete Kassenlösungen mit Ipad und Iphone, die Server stehen sonst wo. Was passiert, wenn der Mandant wechselt und die Lizenzgebühr nicht mehr bezahlt - reichen dann die, vor Ort bei ihm auch noch einmal, gespeicherten Daten aus, weil das Originalsystem noch mehr kann, als der Mandant wusste und die Kassenprüfer kennen die Finessen. Fragen über Fragen und die Finanzverwaltung sagt ganz klar von uns wird es keinerlei Auskünfte geben, was gut oder schlecht ist.

    Die Mandanten vertrauen uns doch, dass wir für sie viele Dinge anpacken und dann gemeinsam umsetzen - hier geht das nicht mehr so einfach, da es zu viele Spieler werden. Zudem wer soll das bezahlen, denn kostenfrei wird sich wohl keiner das auf den Tisch ziehen. Das geht auch nur, wenn es im Haus eine eigene IT Abteilung gäbe, die in allen Fachgebieten fit wäre und wer kann das heute noch, die DOS Zeiten sind vorbei.

    Die Dokumentationspflichten nach dem Bundesdatenschutzgesetz und dem auf Länderebene durchleuchtet werden. Ja - wir brauchen in Zukunft bei jedem Mandanten einen Datenschutzbeauftragten, einen Juristen, mehrere IT-Fachleute, Steuerberater fehlt noch was? Ach ja, arbeiten soll der Mandant natürlich noch, einer muss das Geld verdienen, damit die Herrschaften in Berlin im Elfenbeinturm oder der derzeitige Finanzminister von NRW sich verwirklichen können. Dieser Dokumentationskram bringt uns alle um, wir verwalten uns zu Tode und wohin das führt, der sollte sich mal mit den kleineren Kollegen (im Vergleich zu den großen Gesellschaften) unterhalten, die sich mit Wirtschaftsprüfung herumschlagen (nachlesen gerne auch bei primus auf der Homepage).

    Ich bin bestimmt nicht EDV feindlich und wir nutzen alles was es an Schnittstellen gab und gibt (ob das unter dem Blickwinkel so gut ist, frage ich mich momentan). Ich hoffe nur, dass der Aufschrei von uns allen so groß ist, dass das BMF zum einen eine Übergangsfrist zulässt und in sich geht - ich sage doch auch nicht, dass jeder Politiker korrupt oder Lobbyist ist.

    Mit freundlichen Grüßen

    Claudia Thaller-Birkigt

  • theo retisch
    11.02.2015 16:08 Uhr

    aus theo b. spricht mal wieder der naive IT'ler :-) In der Theorie mag das ohne Probleme umsetzbar sein. In der der Praxis sehe ich erhebliche Probleme auf den Mandanten (und letztenendes auch auf uns ) zukommen.

    Ich sehe das auch wie Herr Höller: Den Finanbehörden sind nun Tür und Tor geöffnet. Die Machtverhältnisse haben sich deutlich zugunsten der Finanzbehörden verschoben.

    Hier will man die prallgefüllten Staatskassen nochmal auffüllen. Im digitalen Zeitalter sind es ja nur ein paar Nullen vor dem Komma mehr. Fällt nicht groß auf.

    Gruß aus dem Norden

  • Tax Magic
    22.02.2015 22:15 Uhr

    Liebe DATEV,

    leider wurde meine Frage vom 11.02.2015 nicht beantwortet!

    Deshalb stelle ich sie abermals (wenn auch leicht abgewandelt):

    Wann ist mit Unterstützungsangeboten der Genossenschaft zu rechnen, die es den Kanzleien ermöglichen, ihren Mandanten (!) hinsichtlich der GoBD zu helfen?

    Hiermit meine ich nicht irgendwelche Seminare, in denen letztlich nur der Inhalt des in diesem Thread mehrfach "angeprangerten" BMF-Schreibens - leicht modifiziert - wiedergegeben wird. Dieses sollten die Mitglieder der Genossenschaft und ihre Mitarbeiter selbst lesen und verstehen können.

    M. E. ist insbesondere eine Anwendung für die Erstellung von Verfahrensdokumentationen erforderlich. Wann erhalten wir eine solche?

    Wie unschwer zu erkennen ist (siehe übrige Beiträge) liegt die Stimmung der Beraterschaft in dieser ganzen Angelegenheit aktuell anscheinend irgendwo zwischen Resignation und geradezu überschäumender Wut.

    Unser Team sieht die Sache zwar nicht ganz so dramatisch, sondern eher als Chance und Herausforderung. Jedoch würden wir von der DATEV doch wesentlich mehr als "warme Worte" in Form von Broschüren etc. erwarten!

    Abermals: Ich freue mich auf Ihre Antworten!

    Herzliche Grüße aus dem hohen Norden!

  • Claudia Thaller-Birkigt
    23.02.2015 07:50 Uhr

    Liebe Mitstreiter, liebes Team der Newsgroup,

    nun ja, Resignation eher nicht, sondern mehr Wut auf die ständigen Unterstellungen gegenüber den Unternehmern.
    Als Umsatzchance sehen wir das durchaus auch, denn wir sind schließlich die ersten Ansprechpartner. Das alles komplett alleine entwickeln werden wir nicht schaffen, da gebe ich Tax Magic recht. Aber wir dürfen natürlich alles koordinieren und gemeinsam mit den Mandanten auch mögliche Kochanleitungen entwickeln. Hier könnte und sollte die DATEV unterstützen.

    Mir kommt es beim Lesen des Schreibens so vor, als ob DATEV mit Unternehmen online oder Eurodata mit Pisa oder Addison mit seinen Systemen die Stifte gehalten hätten. Aber nur auf die DATEV zu meckern ist zu kurz gesprungen, denn hier sind unsere Verbände und Kammern gefordert. Diese sollten sich endlich auch mal bewegen und sagen, so bis hierhin und nicht weiter. Wer unsere Mandanten unter Generalverdacht stellt, der stellt uns in die gleiche Ecke. Die deutsche Finanzverwaltung könnte ohne unsere Arbeit einpacken, warum zeigen wir nicht auch mal ein paar Zähne, während wir lächeln.

    Die PowerPoint Präsentation der DATEV und die Musterschreiben sind nett, aber völlig "verkopft" und ich habe diese für einen Vortrag völlig umgebaut. Dort sitzen Unternehmer, nicht Buchhalter, und solche Dinge erwarte ich mir - einfach peppiger, bunter und übersichtlicher dargestellt- vielleicht dadurch nicht völlig perfekt, aber verständlich. Die Foliensätze sind völlig überfrachtet und unübersichtlich oder sollte ich ketzerisch sagen, die haben sich dem BMF-Schreiben angepasst?

    Mit freundlichen Grüßen aus Dresden

    Claudia Thaller-Birkigt

  • Tax Magic
    25.02.2015 15:30 Uhr

    Hallo DATEV,

    warum geht die Genossenschaft bei diesem Thema "auf Tauchstation"???

    Wollen oder können Sie meine Frage nicht beantworten?

    Zitat von Tax Magic

    Liebe DATEV,

    leider wurde meine Frage vom 11.02.2015 nicht beantwortet!

    Deshalb stelle ich sie abermals (wenn auch leicht abgewandelt):

    Wann ist mit Unterstützungsangeboten der Genossenschaft zu rechnen, die es den Kanzleien ermöglichen, ihren Mandanten (!) hinsichtlich der GoBD zu helfen?

    Hiermit meine ich nicht irgendwelche Seminare, in denen letztlich nur der Inhalt des in diesem Thread mehrfach "angeprangerten" BMF-Schreibens - leicht modifiziert - wiedergegeben wird. Dieses sollten die Mitglieder der Genossenschaft und ihre Mitarbeiter selbst lesen und verstehen können.

    M. E. ist insbesondere eine Anwendung für die Erstellung von Verfahrensdokumentationen erforderlich. Wann erhalten wir eine solche?

    P.S.:
    Es geht mir ausdrücklich nicht um allgemeines "Gemecker" an der DATEV! Jedoch habe ich an dieser Stelle (wieder mal - wie bereits seit vielen Jahren) den Eindruck, dass es der Genossenschaft in Summe an Beweglichkeit mangelt. Diese Schwerfälligkeit können wir (gemeint sind die Anwender in den Kanzleien) uns nicht erlauben.

    Leicht säuerliche Grüße aus dem hohen Norden!

  • Rasmus Lüke
    26.02.2015 18:00 Uhr

    Hallo Tax Magic,

    schauen Sie mal hier (allerdings im geschützten Bereich der Datev):

    http://www.datev.de/portal/ShowPage.do?pid=dpi&nid=166394&stat_Mparam=int_url_datev_ersetzendes-scannen

    oder: www.datev.de/ersetzendes-scannen

  • Claudia Thaller-Birkigt
    26.02.2015 19:31 Uhr

    Liebe Kollegen,

    das Thema Ersetzendes Scannen ist nett, aber nicht die Lösung für alles und alle Mandanten, insofern ist das nur ein eingeschränktes Hilfsangebot.

    Ich kann verstehen, was er möchte und hatte dazu auch schon geschrieben, meines Wissens arbeiten die daran - aber Juristen und Kaufleute sprechen zwei Sprachen und haben zwei verschiedene Denkebenen (mehr will ich dazu nicht sagen, die Juristen wollen immer alles zu 150 Prozent absichern, deshalb gibt es so tolle BMF Schreiben und die Dokumente der DATEV passen sich halt diesem Stil an, das ist nicht böse gemeint).

    Die Unterstützung muss nicht von den Juristen erfolgen, sondern von den IT Leuten - wie gehe ich ran, wie erkläre ich es auf "bäckerdeutsch" (nicht diskriminierend gemeint, sondern als Aufforderung), damit wir das umsetzen können, gemeinsam mit den Mandanten. Auch die DATEV ist zertifiziert und hat ein IKS - da kann man doch diese Dinge adaptieren und herunterbrechen?

    Mit freundlichen Grüßen aus Dresden

    Claudia Thaller-Birkigt

  • Tax Magic
    27.02.2015 13:35 Uhr

    Hallo Newsgroup,
    hallo DATEV,

    ich bedanke mich für die Resonanz. Auf ein Feedback der DATEV warte ich leider immer noch!

    @ Frau Thaller-Birkigt / @ Herrn Lüke:
    Ich teile Ihre Sichtweise: Ersetzendes Scannen ist tatsächlich nett. Hierin sehe ich (u. a.) auch das "Licht" des BMF-Schreibens. Hierfür hat die DATEV ja auch schon vor Monaten eine fantastische Muster-Vorlage geschaffen. In meinen Augen geschah dies übrigens wirklich schnell und pragmatisch. Für diese Vorlage habe ich mich bereits bei verschiedenen DATEV-Mitarbeitern ausdrücklich bedankt. Gern tue ich das auch hier: DANKE!

    Aber...: Diese Vorlage ist eben nur für das Ersetzende Scannen vorgesehen. M. E. hat sie in der Praxis deshalb wohl nur eine äußerst geringe Relevanz. Schließlich wird diese Thematik doch wohl eher nur bei einer vergleichsweise verschwindend geringen Anzahl von ("größeren") Mandanten zum Tragen kommen. Dies ist verschiedenen Problematiken geschuldet. Hier nur einige Stichworte: Kosten-Nutzen, zeitlicher Aufwand, ...
    Um es auf den Punkt zu bringen: Für die Masse der (eben "kleineren") Mandanten wird sich das Ersetzende Scannen ganz einfach nicht lohnen!

    Fazit: Wir brauchen Lösungen für die Unterstützung der MASSE! Diese besteht jedoch gerade nicht aus großen Organisationen, die tagelange Consulting-Projekte aus der Portokasse bezahlen können und wollen.

    Vielmehr haben wir es doch immer häufiger mit "Einzelkämpfern" zu tun, die - "bewaffnet mit einem Notebook und einer tollen Geschäftsidee" - im wahrsten Sinne "die Welt erobern".
    Solche Leute sind das genaue Gegenteil von den schwerfälligen großen Unternehmen, an denen sich die DATEV meiner Ansicht nach viel zu sehr orientiert. Sie sind beweglich und smart. Ihre Defizite liegen allerdings leider häufig sehr nah bei genau diesen Stärken. Da werden Rechnungen mit Office-Produkten erstellt, keine Datensicherungen vorgehalten, Belege nicht korrekt abgelegt, etc.
    Alles "irgendwie menschlich" und legitim. Jedoch nicht wirklich zielführend. Das hat anscheinend auch das BMF erkannt.

    Wäre es nicht schön, wenn wir - unterstützt durch einfache, sinnvolle und passgenaue Anwendungen der DATEV - der Masse unserer Mandanten dabei helfen könnten, sich selbst zu professionalisieren? Ich meine, wir könnten alle davon profitieren.

    @ DATEV:
    Meine Fragestellung war anscheinend zu kompliziert (was eigentlich nicht sein kann - schließlich hat Frau Thaller-Birkigt mich verstanden).
    Deshalb versuche ich es abermals:
    Wann erhalten wir eine Anwendung, mit der wir Verfahrensdokumentationen für unsere Mandanten erstellen können, die nicht das Ersetzende Scannen einführen wollen, jedoch in irgendeiner Form von den GoBD betroffen sind?

    Grüße aus dem Norden!

  • Klaus Hartmann
    04.03.2015 12:02 Uhr

    Hallo Newsgroup,

    wir freuen uns über die gute Resonanz zur Arbeitshilfe bei der Erstellung einer individuellen Verfahrensdokumentation für das Ersetzende Scannen auf Basis des Musters der BStBK und des DStV.

    Wie schon in den Beiträgen deutlich wurde, betrifft das Ersetzende Scannen nur einen relativ kleinen Teilausschnitt aus dem Bündel aller Verfahrensdokumentationen, die im Zusammenhang mit den GoBD in Frage kommen. Zudem kann man hier unter Berücksichtigung relativ standardisierter Workflows noch relativ gut Muster und Varianten ableiten.
    Dies ist für die GoBD insgesamt nicht oder nur sehr begrenzt möglich. Dennoch engagiert sich DATEV auf der Ebene der AWV (Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung in Eschborn) zusammen mit relevanten Kammern, Verbänden, Beratern und Unternehmensvertretern bei der Erstellung von Praxishilfen in Form von Leitfäden, Interpretationshilfen, FAQ und auch Muster-Verfahrensbeschreibungen. Dadurch kann ein größerer Kreis von Experten in die Erstellung praxisgerechter Unterstützungen einbezogen werden, der auch in der Vergangenheit schon die Entstehung der GoBD kritisch begleitet hat und das Wissen um die Ordnungsmäßigkeit IT-gestützter Buchführungssysteme zahlreicher Organisationen bündelt. Die Arbeiten an den Praxishilfen wurden in diesem AWV-Arbeitskreis unmittelbar nach Veröffentlichung der GoBD aufgenommen. Mit ersten Ergebnissen ist im zweiten Halbjahr zu rechnen. Aufgrund der Komplexität und Heterogenität des Themas ist dies jedoch ein Projekt, das über einen längeren Zeitraum und mit zahlreichen Rückkopplungsschleifen laufen wird. Wir gehen davon aus, dass der Praxis dadurch aber schrittweise gute, verständliche und praxisgerechte Unterstützungen an die Hand gegeben werden können.

    Mit freundlichen Grüßen
    Klaus Hartmann, Betriebliches Rechnungswesen
    DATEV eG