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Falsche Daten der vorausgefüllten Steuererklärung

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    Einträge 1-7 / 7

    Seite 1 von 1

  • Klaus Ratzel
    17.06.2015 16:35 Uhr

    Hallo,

    am 1.4.2015 habe ich die Steuerdaten 2014 eines Mandanten über das Einkommensteuerprogramm abgerufen. Nun kam der Steuerbescheid. Das Finanzamt setzte nach den Erläuterungen die für die Ehefrau übermittelten Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung an. Dies waren jedoch wesentlich niedrigere Beträge als jene, die ich im April übermittelt bekam. Gestern ergab ein Abruf über das Elster-Portal, dass die vom Finazamt angesetzten Beträge denen des derzeitigen Abrufs aus dem Elster-Portal entsprechen.

    Von der Anwenderbetreuung der DATEV erhielt ich telefonisch die Antwort, dass die Daten bei der Finanzverwaltung offensichtlich zwischen meinem Abruf am 1.4.2015 und dem Erlass des Steuerbescheids geändert worden seien. Die DATEV könne mir daher nicht weiterhelfen, ich soll mich an die Finanzverwaltung wenden. Also heißt es abwarten, bis die Finanzverwaltung auf meine Anfrage in Form eines Einspruchs reagiert. Meinen Mandaten darf ich jedoch sofort erklären, warum diese über 1000 mehr an das Finanzamt zahlen müssen als ich errechnet hatte. Das einzige was ich zu meiner Entschuldigung habe, sind die Abrufprotokolle vom 1.4.2015 einschließlich Transaktionsnummer der Finanzverwaltung.

    Die Vollmachtsdatenbank und den Steuerabruf habe ich auch zur Qualitätssicherung in der Kanzlei eingesetzt. Diese bleibt jedoch in derartigen Fällen offensichtlich auf der Strecke.

    Dafür, dass mir die Finanzverwaltung in Form einer elektronischen Überlassung von falschen Daten eine nicht richtige Auskunft erteilt hat, dürfte diese nicht haften. Welche Folgen hätte eine falsche Auskunft von mir gegenüber der Finanzverwaltung? Ganz einfach: Haftung.

    Hatte bereits jemand einen ähnlichen Fall?

    Mit freundlichen Grüßen
    Diplom-Kaufmann
    Klaus Ratzel
    Steuerberater

  • Jared Daum
    17.06.2015 18:13 Uhr

    .....der richtige Weg wäre eine Anfrage bei der Krankenversicherung.
    Welche Daten hat diese wann an das Finanzamt (Elster) übermittelt?
    Die Krankenversicherung hat die Meldedaten offenbar im Nachhinein korrigiert.
    Ihre Mandant muss darüber von der KV ein Protokoll/Bescheinigung erhalten haben.
    Sie können auch jederzeit erneut einen Abruf starten und Prüfen welche Daten in
    elektronischer Form vorliegen.

    Für mich bewegt sich das alles absolut im grünen Bereich.
    Haftungsprobleme sehe ich nicht.

    Jared Daum

  • Olaf Stein
    18.06.2015 13:02 Uhr

    Wir haben hier auch schon die "Papierfälle" ähnlicher Natur gehabt.
    Der Mandant bringt ein Dokument der Krankenkasse mit dem Betrag X.
    In der Steuererklärung wird der Betrag X eingetragen.
    Im Steuerbescheid wird der Betrag Y (=X-z) gerechnet und erläutert: abweichend wurden die übermittelten Zahlen der SV verwendet.

    Ergebnis:
    Mandant ist sauer auf den STB, weil nicht der "richtige", von uns angekündigte Betrag herauskommt, er selbst bei der KV nachfassen muss.
    Wir sind sauer, weil die Mehrarbeit nicht gezahlt wird, der Mandant uns für Dinge verantwortlich macht, die nicht bei uns liegen und alle sind sauer, weil es nicht richtig läuft.

    Haftungsmäßig sehe ich auch alles im "grünen" Bereich, mit einer Ausnahme:
    Was ist wenn NACH dem Steuerbescheid der KV-Beitrag noch oben korrigiert wird. Sicherlich gibt es Änderungsvorschriften in der AO, ABER wie bekommen wir diesen Kram überhaupt mit?
    Gibt es jemanden, der regelmäßig für alle bereits beschiedenen Mandanten eine Abfrage startet und einen Bescheidabgleich durchführt?

    Ehrlich gesagt, Papier ist mir da doch lieber, das ist ein auslösendes Geschehen für den Mandanten. Und wenn nicht, dann habe ich tatsächlich keine Haftung. Bei ausschließlichen Verwendung der Elster-Daten hätte ich wohl eine Haftung.

  • theo b.
    18.06.2015 14:12 Uhr
    Zitat von Olaf Stein

    Sicherlich gibt es Änderungsvorschriften in der AO, ABER wie bekommen wir diesen Kram überhaupt mit?
    Gibt es jemanden, der regelmäßig für alle bereits beschiedenen Mandanten eine Abfrage startet und einen Bescheidabgleich durchführt?

    Das ist die Aufgabe des Programms: Der Salmmelabruf läuft hier sowieso fast täglich - es wäre für eine Software ein leichtes, dem Anwender Abweichungen zu melden. Passiert bei der Datev aber leider nicht - bei Mitbewerb (den ich für solche Zwecke auch nutze) hingegen schon.

  • Jared Daum
    18.06.2015 15:09 Uhr

    Es wäre Sinnvoll dieses Thema in den Bereich VaSt zu verschieben.

    ....ja es gibt eine Änderungsvorschrift in der AO.
    Mir ist allerdings nicht bekannt wie gewissenhaft (vor allem für den Mandanten vorteilhafte)
    Änderungen vom Finanzamt abgearbeitet werden. Für den Bereich der Riesterrente scheint das recht
    zuverlässig zu funktionieren. Bei KV-Beiträgen habe ich den Eindruck, das hauptsächlich
    Änderungen zuungunsten des Mandanten abgearbeitet werden.

    Der Mandant wird meiner Erkenntnis nach über jedes Änderungsmeldung in Papierform
    informiert. Insofern liegt es dann in seiner Verantwortung darauf zu achten, dass die
    Änderung beim Finanzamt auch umgesetzt wird.

    Im Falle eines geänderten oder abweichenden Bescheides muss ich nicht den Mandanten
    oder die KV bemühen, sondern nur einfach erneut die aktuellsten Daten abrufen.

    Der Hinweis (der Software der Konkurrenz) auf aufgelaufene Änderungen ist sicher ein
    Vorteil. Andererseits müsste man sich gut überlegen in welcher Form diese Hinweise
    angezeigt/ausgewertet werden. Ich habe eigentlich keine Lust täglich diverse Änderungsmeldungen
    für alte Mandate zu erhalten. Vom elektronischen Bescheidabgleich ist das Thema ja bekannt.

    Ich würde mir idealerweise vorstellen, dass man jeweils bei der Bearbeitung der Steuererklärung
    für einen neuen VZ darauf hingewiesen wird ob Änderungsmeldungen für frühere VZ's vorliegen.
    Gleichzeitig sollte dann leicht geprüft werden können (bzw. von der Software der Hinweise kommen) ob diese Änderung sich schon in einem Änderungsbescheid niedergeschlagen hat.


    Jared Daum

  • theo b.
    18.06.2015 20:23 Uhr

    Pi mal Daumen würd ich sagen, an den Sachbearbeitern gehen nachträglichen Änderungen eher vorbei. Wenn dies bei Riester anders ist, glückwunsch, mit Erfahrungswerten kann ich da leider noch nicht beitragen.

    Bezügl. der (nachträglichen) Hinweise eines Sammelabgleichs sollte es wie überall sonst sein: Konfigurierbarkeit (bspw. Mand. xyz nicht abgleichen / Abweichung xyz gesehen, irrelevant, nicht mehr abgleichen.

    Ansonsten kann ich mir nicht viele Varianten nachträglicher Änderungen vorstellen. Die meisten dürften bei aktuellen Erklärungen zwischen dem 1.1. u. 28.2. liegen u. dabei sind Hinweise auf Abweichungen essentiell.


    Als Ausweg aus dem Dilemma befürworte ich Herr Maiers Anregung: Haftbarmachung der Übermittler. Wahrscheinlich Wunschdenken, aber sinnvoll allemal ;)

    U. elektronische Daten sind idR kein Grundlagenbescheid, bisschen Bewusstsein dafür bei allen Beteiligten würde wahrscheinlich auch nicht schaden ;)

    Frohes Schaffen

  • theo b.
    18.06.2015 20:26 Uhr

    Aus pragmatischen Gründen frag ich jetzt nicht in die Runde, was Sie bei offensichtlich falschen Daten zugunsten des Mand. machen - die Haftungsfrage ist ja eher nicht geklärt (obwohl die geschätzen Kollegen aus Nordkirchen diese nicht bei uns sehen, müssen wohl die Gerichte klären)

    ;)